Wir – das pädagogische Team der .alf Schule – freuen uns, dir hier unsere Schule vorstellen zu dürfen.

Die Abkürzung ALF steht für Aktives Lernen Favoriten. Es gibt uns seit 1994, wir sind eine Alternativschule und gehören neben vielen anderen Initiativen dem Wiener Dachverband der freien Schulen an.

Unser wichtigstes Prinzip ist die Demokratie. Wir verstehen uns als demokratische Schule, d.h. SchülerInnen, LehrerInnen und Eltern gestalten gemeinsam die Schule.

Unsere Initiative ist vorgesehen für Kinder von der 1. bis zur 9. Schulstufe. Wir haben seit über zehn Jahren Öffentlichkeitsrecht und orientieren uns am österreichischen Lehrplan, die Kinder haben also jederzeit die Möglichkeit, in eine öffentliche Schule zu wechseln. Die meisten SchülerInnen steigen nach der 8. Schulstufe ins öffentliche Schulsystem um, manche bleiben aber auch neun Jahre bei uns und machen danach eine Lehre. Viele gehen in Oberstufengymnasien oder andere weiterführende Schulen wie z.B. eine HTL  und finden sich dort nach einer kurzen Eingewöhnungszeit gut zurecht.

Material

Nach dem Prinzip des aktiven Lernens spielt bei uns die pädagogische Arbeit mit Material eine wesentliche Rolle.

Besonders bekannt sind die von Maria Montessori entwickelten Lernhilfen. Das sind Gegenstände aus dem Erfahrungsbereich der SchülerInnen, wie Perlen, Holzstäbe und Klötze in verschiedenen Farben, Formen und Größen, mit deren Hilfe mathematische Routinen, vom Addieren bis zum Wurzelziehen und Gleichungen Lösen, buchstäblich dreidimensional be-greif-bar werden.
Diese Dinge stehen den Kindern selbstverständlich jederzeit, auch ohne LehrerInnen, zur Verfügung.

Unterricht

Den Unterricht gestalten wir einerseits als Freiarbeit. Dazu bietet die .alf Schule den Kindern eine vorbereitete Umgebung. Das heißt, dass sämtliches Lernmaterial in den verschiedenen Räumen für alle Kinder jederzeit frei zugänglich und verwendbar ist.

Zu Beginn der Freiarbeit treffen wir LehrerInnen uns mit unseren SchülerInnen zu den sogenannten Angeboten. In dieser Runde besprechen wir mit den einzelnen Kindern, an welchen Aufgaben sie in den folgenden 1½ Stunden arbeiten werden.

Die SchülerInnen lernen in der Freiarbeit alleine, zu zweit oder in Kleingruppen. Sie können dazu wählen, in welchem Raum sie arbeiten, welchem Projekt, Referat oder Unterrichtsfach sie sich widmen sowie welches Material sie verwenden wollen.

Zusätzlich zur Freiarbeit unterrichten wir die Kinder schulstufenmäßig getrennt in den Stunden, in denen wir gezielt Lehrplaninhalte wie z.B. die schriftlichen Grundrechenarten, die Lautschulung oder eine Fremdsprache vermitteln. Auch dieser Unterricht findet in Kleingruppen von maximal sechs Kindern statt.

Computer

Wir wollen in der .alf Schule auch technisch immer am neuesten Stand bleiben. Daher stehen unseren SchülerInnen sowohl in der Primaria als auch in der Sekundaria mehrere Computerarbeitsplätze zur Verfügung.

Die SchülerInnen nützen das Internet zur Informationsbeschaffung und E-Mail als Kommunikationsmittel. Unsere Kinder lernen von Anfang an, mit Textverarbeitungsprogrammen zu arbeiten.

Selbst unsere Kleinsten schreiben am Computer kurze Geschichten, suchen dazu passende Bilder im Internet und fügen diese in den Text ein. Die Älteren verfassen Lebensläufe und Erörterungen am Computer und erstellen auch selbstständig Powerpoint-Präsentationen. Von vielen Kindern wird der Computer auch für Lernspiele genützt.

Projekte

Wie schon erwähnt orientieren wir uns wie jede öffentliche Schule am österreichischen Lehrplan. Viele dieser Lerninhalte werden in der .alf Schule in Form von Unterrichtsprojekten vermittelt.

In dieser Zeit ergibt sich eine selbstverständliche Zusammenarbeit von SchülerInnen aller Altersgruppen. Dabei beziehen wir immer wieder die Ressourcen von Eltern oder auch ehemaligen SchülerInnen mit ein. Häufig laden wir für einzelne Bereiche externe Fachleute ein oder unternehmen Exkursionen zu verschiedenen Schwerpunkten. So hat eine Mutter, die Ärztin ist, mit den Kindern Rindsaugen seziert. Gerade dieses Thema wurde von einer Schülerin vorgeschlagen und im Rahmen unserer gemeinsamen Wochenplanung besprochen und abgestimmt.

Selbstverständlich ist die Präsentation der Ergebnisse mit verschiedenen Techniken ein wesentlicher Bestandteil und Abschluss des Projektunterrichts.

Referate

In der .alf Schule suchen bereits unsere jüngsten Kinder selbstständig Informationen zu selbstgewählten Themen. Die SchülerInnen arbeiten dabei meist zu zweit, manchmal zu dritt.

Sie entscheiden sich für ein Thema – z.B. den Delfin – und bearbeiten dieses fächerübergreifend, indem sie möglichst viele Daten z.B. über den Körperbau, den Lebensraum, das soziale Umfeld u.ä. sammeln. Dazu nutzen die SchülerInnen sowohl das Internet als auch Lexika, Bücher und Bilder als Informationsquelle.

Zur Präsentation gestalten die Kinder ein Plakat, auf dem die wichtigsten Wissensinhalte zu finden sind. Dazu sprechen die SchülerInnen frei über ihr Themengebiet und geben dadurch ihr selbst gesammeltes Wissen weiter.
Im Anschluss daran stellen die Kinder ihren MitschülerInnen in einer Reflexionsrunde inhaltliche Fragen oder präsentieren einen selbst erarbeiteten Fragebogen.

Bereiche

Wir wollen, dass die Kinder ihre räumliche Umgebung mitgestalten, und das betrifft natürlich auch das gemeinsame Aufräumen.

Jedes Kind ist für einen Bereich – das heißt für einen Raum oder eine Tätigkeit wie z.B. das Ausräumen des Geschirrspülers – verantwortlich. Jeden Tag zwischen Unterricht und Mittagessen bringen die SchülerInnen ihre Bereiche in Ordnung.

Diese Mithilfe der Kinder bei notwendigen Alltagstätigkeiten wie dem Aufräumen ist uns auch aus Gründen der Nachhaltigkeit wichtig: Denn dadurch holen wir die Kinder aus der passiven Konsumentenrolle heraus und machen sie zu Verantwortlichen für ihre Umgebung, für die sie selbst aktiv sorgen müssen.

Freies Spiel

Auch in der Gestaltung der frei verfügbaren Zeit ist für uns Selbständigkeit und selbstbestimmte Aktivität ein bedeutender Grundsatz.
Wir unternehmen alles, was die Kinder dazu befähigt, sich selber für etwas zu interessieren und eigene Ziele zu verfolgen.

Jeder kann in der Pause sein eigenes Beet gestalten, Rollerrennen fahren, jonglieren, Legolandschaften bauen und vieles mehr. Bewegung im Raum ist wichtig, denn wer sich im Raum bewegt, kann sich auch räumlich orientieren und hat ein besseres dreidimensionales Vorstellungsvermögen.

Es ist klar, dass damit eine Fülle von sozialen Fähigkeiten erworben und geübt werden. Die SchülerInnen wachsen an persönlichen Erfolgen, sie lernen teilen und nachgeben.

Soziales

Ein Kern-Schwerpunkt der .alf Schule ist das soziale Lernen. Wir denken, dass ein geglücktes Leben davon abhängig ist, dass man  sich zu einem Menschen entwickelt, der sich selbst mag und mit  sich zufrieden ist und der auch mit seiner Umwelt einen guten Umgang findet.

Wir versuchen den Kindern dabei zu helfen, diesen liebevollen Zugang sowohl zu sich selbst als auch zu den anderen Kindern zu finden. Wir arbeiten dabei sowohl mit Einzel- als auch mit Gruppengesprächen. Dabei ist es uns wichtig, dass die Kinder lernen, ihre Gefühle wahrzunehmen, zu benennen und diese auch adäquat auszudrücken.

Wir helfen unseren SchülerInnen dabei, sich selbst kennenzulernen, mit sich umzugehen und sich in einer Gruppe gut einzuleben.

Mit Hilfe von sozialen Spielen fördern wir bei den Kindern sowohl das Erkennen ihrer eigenen Persönlichkeit als auch die  Wahrnehmung der Bedürfnisse ihrer Mitmenschen. Dadurch erleben die Kinder untereinander tiefe und vertrauensvolle Beziehungen und lernen auch in Konflikten wertschätzend miteinander umzugehen.

In der wöchentlichen Versammlung erlernen unsere Kinder, sich in einer Gruppe demokratisch zu verhalten. Dazu wählen sie eine/n VersammlungsleiterIn, bringen ihre jeweiligen Anliegen durch Wortmeldungen ein und treffen gemeinsame Entscheidungen mit Hilfe von Abstimmungen.

Kreatives

Auch im Kreativbereich ist uns der soziale Aspekt und natürlich das demokratische Prinzip sehr wichtig.

Viele Bilder entstehen miteinander, die SchülerInnen stimmen ab, zu welchem Thema sie malen oder sie entscheiden, dass jeder malt, was er möchte. Jedenfalls legen die Kinder vorher die Regeln, wie gemalt wird, fest. Z.B. ob sie erlauben, dass andere in von ihnen Gemaltes hineinmalen dürfen oder nicht, welche Farbe der Hintergrund bekommen soll oder welche Art von Farben überhaupt verwendet werden.

Manchmal entstehen auch sogenannte „Schweigebilder“ zur Förderung der nonverbalen Kommunikation. Die Kinder kommunizieren dabei ausschließlich durch Gesten oder Blickkontakt und arbeiten an dem gemeinsamen Bild.
Unsere SchülerInnen haben in der Regel keine Angst vor dem weißen Blatt Papier und auch keine Hemmungen, einfach drauflos zu malen und ihren Gefühlen Ausdruck zu verleihen.

Kreativität wird bei uns sehr gefördert. Wir finden, dass der kreative Ausdruck jedes einzelnen ausgesprochen wichtig für die Persönlichkeitsentwicklung ist. In der Schule bieten wir die Möglichkeit, verschiedenste Materialien kennen- und verwenden zu lernen, sinnliche Erfahrungen damit zu machen und sowohl die Feinmotorik als auch die Grobmotorik zu schulen.

Ab der ersten Volksschule wird schon mit der Nähmaschine genäht und das textile Werken ist bei Mädchen und Buben gleichermaßen beliebt.

Von Beginn des Schuljahres an nähen, basteln, zeichnen und backen die Kinder für den alljährlichen Weihnachtsbazar – das Event in der .alf Schule – auf welchem die entstandenen Werke dann verkauft werden. Beim Bazar haben sie Verkaufsstände mit einer von ihnen verwalteten Wechselgeldkasse und Preislisten. Mit dem von den Kindern erwirtschafteten Geld wird neues Material für die Schule gekauft – wofür das Geld verwendet wird, wird gemeinsam mit den SchülerInnen beschlossen, von uns LehrerInnen kommen lediglich Vorschläge.

Ein Höhepunkt beim Weihnachtsbazar ist die jährliche Theateraufführung. Überhaupt ist uns das Theaterspielen als persönliche Ausdrucksform sehr wichtig, da die Kinder dadurch lernen, sich in andere Situationen und Menschen hineinzuversetzen. Sie spielen sowohl angeleitetes Theater und Improvisationstheater im Rahmen von Workshops, als auch selbst erfundene Stücke.

Für das Weihnachtsstück erfinden sie selbst eine Geschichte. Zuerst legen sie die Rollen, die sie gerne spielen möchten, fest, und um diese herum entsteht dann die eigentliche Handlung.

Ausflüge

Wie uns schulisches Material wichtig ist, spielt in der .alf Schule Material für die Persönlichkeitsentwicklung eine essentielle Rolle. Diese Grundlage für das soziale Lernen sind verschiedene Settings.

Bei Ausflügen in der näheren Umgebung, aber auch in die Berge und bei unterschiedlichen sportlichen Herausforderungen, arbeiten wir mit den Methoden der Erlebnispädagogik.

Wie selbstverständlich bekommen die Kinder nebenbei auch mit, wie man eine Reise plant oder sich selbst versorgt. Selbsterfahrung, auch in Ausnahmesituationen, ist eine wesentliche Ressource für persönliche Entwicklung.

Dieser gesamte Bereich ist auf Nachhaltigkeit ausgelegt. Denn wer intakte Landschaften erlebt, ist auch eher bereit sie zu bewahren und zu schützen.
Vielfältige Bewegungserfahrung unterstützt die Entwicklung des Körpergefühls.

Am Ende des Schuljahres gibt es am längsten dieser Ausflüge, der Schullandwoche, das Zeugnis, gemeinsam mit einer wertschätzenden verbalen Beurteilung von uns LehrerInnen.